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Instagram Influencer Coral Mandy Grace Capristo
Ein Abgesang auf Influencer-Marketing auf Instagram | Bild: Mandy Grace Capristo @ Instagram

Ein Abgesang auf Influencer-Marketing auf Instagram

Ist euch auf Instagram auch schon aufgefallen, dass hier diverse Personen in eurem Feed scheinbar gerade ihren großen Waschtag haben? Auffällig dabei, dass sie scheinbar mit dem Waschmittel Coral waschen und das Waschmittel auch gekonnt in Szene setzen. Auch bekannte Promis (und eben jene Instagram-Sternchen) posten Bilder von ihrem Coral-Waschmittel und schrecken nicht davor zurück, sich dabei im Schlamm zu wälzen. Ah, alles klar, Coral hat also diverse Influencer dafür bezahlt, ihr Waschmittel abzufotografieren und bezahlt die Instagramer dafür.

Werde reich – werde Influencer!

Influencer-Marketing nennt sich das und ist in den Werbeagenturen und Unternehmen gerade voll in Mode. B- und C-Promis verdienen sich damit eine goldene Nase und die neumodischen Instagram-Promis (die Ottonormalverbraucher nicht wirklich kennen muss, da der Promistatus sehr fraglich ist) schießen aus dem Boden und baden im Geld. Wichtig dabei: Hauptsache man hat viele Abonnenten. Denn der Grundsatz ist: je mehr Abonnenten man auf Instagram hat, umso mehr sind die Agenturen bereit, den Instagramern zu zahlen. Schließlich erreichen diese Personen ja auch mehr Menschen. Einfach mal ein Produkt in die Kamera halten und mit einem Hashtag versehen und schon kann man den Agenturen das Geld aus der Tasche ziehen. Agenturen fallen blind drauf rein und zahlen mittlerweile gigantische Honorare für die Bibis und Daggis. Natürlich kann man Abonnenten leicht manipulieren, indem man sich auf Instagram-Abonnenten kauft. Hier ist Instagram natürlich sehr hinterher, diesem Treiben ein Ende zu setzen und löscht solche Accounts und Bots, die eigens dafür angelegt sind, Reichweiten ansteigen zu lassen!

Instagram: Reichweite ist Macht. Macht ist Geld

Der Sinn und Unsinn von Influencer-Marketing auf Instagram ist natürlich fraglich. Nicht nur das angesprochene Problem, dass viele sogenannte Influencer ihre Abo-Zahlen künstlich in die Höhe treiben (schließlich ist die Reichweite nicht nur ein virtueller Schwanzvergleich, sondern je mehr Abonnenten man hat, desto mehr Geld kann man auch machen), viele Instagramer nutzen halt jede Möglichkeit, um Geld zu verdienen. Ob das Produkt dann auch wirklich zu einem passt, ist mehr als fraglich. Schönen Beispiel ist die angesprochene Coral-Kampagne. Nehmen wir Sportlern, Models etc. wirklich ab, dass sie von ihrem Waschmittel so überzeugt sind, dass sie es vor der Kamera in Szene setzen und es mit der ganzen Welt teilen?

Die Krux mit dem Influencer-Marketing

Doch was bringt eine solche Instagram-Kampagne wirklich? Rennen wir nun wirklich in den nächsten Supermarkt und kaufen uns Coral, nur weil diverse Instagramer das Waschmittel in die Kamera gehalten haben? Schaltet man Werbung (Advertorials) auf Webseiten, Blogs oder auch auf YouTube hat man mit einem Backlink wenigsten eine direkte Response. Je mehr Klicks auf die entsprechende Zielseite oder gar Abverkäufe sind feste Zahlen, mit denen man planen kann. Was passiert aber, wenn man keine direkte Messwerte hat? Auf Instagram hat man nicht die Möglichkeit, Links zu verbauen. Also sieht man nicht direkt, ob eine Kampagne fruchtet. Reihweite der Instagramer sind unsinnig, denn wie oft scrollt man durch seinen Feed auf Instagram und übersieht einfach Bilder? Die verbauten Hashtags als Messwert sind ebenfalls unsinnig, wenn man mit dem Gießkannenprinzip auf unzähligen Instagram-Accounts die Kampagne streut. Wieso sollte man als Fan einer Person ein Bild eines Waschmittels kommentieren oder liken? Bei gekauften Bildern sieht man schnell, dass die Likes und Kommentare unterdurchschnittlich sind. Also rennt man direkt in den Supermarkt und kauft nun Coral? Nicht wirklich, oder?

Mich nerven diese Instagram-Kampagnen sehr. Ich habe nichts gegen Werbung, aber wieso sollte ich es irgendwelchen Personen oder „Promis“ abnehmen, dass sie ihr Waschmittel so geil finden, dass sie sich damit fotografieren? Bestes Beispiel auch mein Lieblingsfußballer Thomas Müller, der gerne mal Rasierklingen von Gillette in die Kamera hält…und man sich bei seinem Bubigesicht fragt, ob er sich jemals schon rasiert hat.

Autor admin

Als Digital Native, Early Adopter und Kind der Neunziger muss ich alles aufsaugen, was im Fernsehen läuft und auf jede interessante Headline im Internet klicken…und es hier auf raufgeklickt.de mit allen Lesern teilen!

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4 Kommentare

  1. gedankenbewegen

    Bei deiner Einschätzung der derzeitigen Entwicklungen auf Instagram stimme ich dir voll und ganz zu. Die Coral-Geschichte nervt mich total – wenn „b“- oder „c“-Promis diese Coral-Packung rein zufällig mithaben wenn sie durch die Stadt rennen oder am See sind – furchtbar. Vor allem aber nerven mich die „Möchtegern-Influencer“ die mitmachen. Was glaubt sie bekommen sie dadurch? Mehr Reichweite.
    Ich finde die Influencer-Idee nicht schlecht – ganz im Gegenteil.
    Aber wenn, dann sollten zielgerichtete Kampagnen das Ziel sein und keine Gießkannenkampagnen.
    Liebe Grüße aus Linz

  2. „Auf Instagram hat man nicht die Möglichkeit, Links zu verbauen.“
    Natürlich kann man das… 🙂

  3. Hoffenheimer!

    Aber wieso, ich nehm doch auch mein Waschmittel täglich mit und führe es aus. So sieht es mal Leute, Clubs und die Welt. Nur kann mein Waschmittel – anders als Coral – nicht schweben. Schade eigentlich!

    Schon echt mies, wenn man so eindeutig irgendwelche Produkte auf seinem Instagram-Account streut, nur für ein paar Mark!

    Schauen die Agenturen nicht auf Likes und Co.? Denn wenn nur ~5% der Abonnenten as Bild liken, dann muss doch auffallen, dass etwas falsch läuft, wenn 10.000de Follower den Beitrag nicht liken.

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